📊 Big Data

Inhalt

🏠 Hausaufgabe: Lies den Text, schau dir das Video an und bearbeite die Übung weiter unten — zuhause, vor der nächsten Stunde. Im Unterricht prüfen wir mit einer Kurzkontrolle (KK) in Moodle, ob der Stoff sitzt.

Jeden Tag entstehen Datenmengen, die kein Mensch mehr von Hand auswerten könnte. Wenn du eine Stunde lang ein Video streamst, im Internet suchst, eine Nachricht schickst oder joggen gehst mit einer Smartwatch — überall fallen Daten an. Wird das richtig viel, richtig schnell und richtig unterschiedlich, spricht man von Big Data.

🚩 Bearbeite unbedingt die Übung weiter unten, bevor du die Kurzkontrolle in Moodle schreibst.

📈 Was macht Daten zu "Big Data"?

Nicht jede große Datei ist gleich Big Data. Drei Dinge müssen zusammenkommen:

Ein Beispiel macht es greifbar: Wenn du eine Video-App öffnest, speichert sie nicht nur, welches Video du anschaust, sondern auch wie lange, wann du abbrichst, ob du zurückspulst, was du vorher gesehen hast. Bei Millionen Nutzern gleichzeitig ergibt das gewaltige, sich ständig verändernde Datenberge.

📊 Zahlen, die den Kopf verdrehen

"Riesige Datenmengen" klingt abstrakt — hier ein paar echte Zahlen dazu, wie viel weltweit tatsächlich entsteht:

💡 Zur Einordnung: Ein HD-Film braucht etwa 1 Gigabyte. Ein Zettabyte sind eine Milliarde Terabyte — also ungefähr eine Billion Filme.

Auch bei einem einzigen Dienst laufen gewaltige Mengen zusammen — Google allein:

Quellen: Statista Big Data Report, Institut der deutschen Wirtschaft, International Data Corporation (IDC).

🔍 Woher kommen diese riesigen Datenmengen eigentlich?

Ein großer Teil entsteht automatisiert, ganz ohne dass jemand aktiv etwas eintippt: Empfehlungsalgorithmen werten aus, was dich interessiert. Gesichtserkennung ordnet Fotos automatisch Personen zu. Sprachassistenten wie Siri oder Alexa hören mit, sobald sie aktiviert werden, und wandeln Sprache in auswertbare Daten um. Nichts davon würde funktionieren, ohne dass laufend automatisiert Daten erfasst und verarbeitet werden.

🏭 Industrie 4.0 und Internet der Dinge

Nicht nur Handys sammeln Daten. In der Industrie kommunizieren Maschinen inzwischen selbstständig miteinander — eine Fertigungsstraße meldet automatisch, wenn ein Teil fehlt oder ein Motor überhitzt. Das nennt man Industrie 4.0. Im Alltag läuft dasselbe Prinzip bei Smart-Home-Geräten: eine smarte Heizung, die merkt, wann niemand zuhause ist, oder ein Kühlschrank, der Bestand meldet. Diese ständig vernetzten Alltagsgeräte gehören zum Internet der Dinge (IoT) — und jedes einzelne davon sendet fortlaufend neue Daten.

🚀 Für Schnelle

Zähl in Gedanken durch: Wie viele Geräte in deinem eigenen Zuhause senden vermutlich gerade in diesem Moment Daten, ohne dass du aktiv etwas tust?

✅ Chancen von Big Data

Große, gut ausgewertete Datenmengen ermöglichen Dinge, die vorher unmöglich waren:

⚠️ Risiken von Big Data

Dieselbe Technik lässt sich auch missbrauchen:

🔍 Realer Fall: Cambridge Analytica

2018 wurde bekannt, dass die Firma Cambridge Analytica über eine harmlos wirkende Quiz-App Daten von Millionen Facebook-Nutzern sammelte — ohne dass die meisten davon wussten. Aus diesen Daten wurden Persönlichkeitsprofile erstellt, um Wahlwerbung sehr gezielt auf einzelne Personengruppen zuzuschneiden. Der Fall zeigt: Big Data ist nicht nur eine technische Frage, sondern hat direkte Auswirkungen auf Gesellschaft und Demokratie.

💬 Diskussionsfrage: Dieselbe Technik, die Krankheiten früher erkennen kann, kann auch Wahlwerbung manipulativ zuschneiden. Liegt das Problem an der Technik selbst — oder daran, wie sie genutzt wird?

🃏 Chance oder Risiko? Sortiere die Karten

Klick auf eine Karte, um sie der passenden Seite zuzuordnen:

✅ Chance

⚠️ Risiko

👆 Klick eine Karte an, dann wähle Chance oder Risiko.

🚀 Für Schnelle

Findet ihr ein Beispiel, das sich nicht eindeutig einer Seite zuordnen lässt, weil es gleichzeitig Chance und Risiko ist? Beschreibt kurz, wovon es abhängt.

🃏 Lernkarten

Zum Auswendiglernen: Karte antippen zum Umdrehen.

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Karte 1 von 1

⭐ Üben

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🎮 Stundenaufgabe

Wähle eine Vertiefung, danach geht es an die praktische Übung:

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Cambridge-Analytica-Fall recherchieren

Was genau ist damals passiert?

🤖

Mit KI besprechen

Prompt kopieren und in eine KI einfügen

🤖 KI-Prompt zum Üben:
🦆 duck.ai öffnen
Rolle: Du bist ein kritischer Diskussionspartner für Informatik-Ethik.
Aufgabe: Nenne mir abwechselnd ein Pro- und ein Contra-Argument zu Big Data (z. B. Medizin vs. Microtargeting) und lass mich jeweils zuerst selbst überlegen, welcher Seite ich zustimme und warum, bevor du dein Gegenargument bringst. Hake am Ende nach, ob sich meine Meinung durch die Gegenargumente verändert hat.
Kontext: Ich bin in Klasse 9 und wir behandeln gerade Chancen und Risiken von Big Data.
Stil: Sachlich, fragend, keine fertigen Antworten vorwegnehmen.

🔬 Ein Beispiel recherchieren

Bildet Gruppen zu dritt oder viert. Jede Gruppe wählt einen der drei Chancen-Bereiche aus dem Inhalt (Medizin, Klimaschutz oder Verkehr):

  1. Recherchiert kurz ein reales, aktuelles Beispiel zu eurem Bereich (Suchmaschine oder KI-Chat).
  2. Bereitet eine kurze Vorstellung von zwei Sätzen für die Klasse vor: Was passiert, welche Daten stecken dahinter?
  3. Stellt euer Beispiel der Klasse vor.

💬 Diskussion: Cambridge Analytica

Diskutiert im Plenum oder in Kleingruppen anhand des Falls aus dem Inhalt (oder eines vergleichbaren aktuellen Beispiels):

  1. Was genau ist an dem Vorgehen von Cambridge Analytica problematisch — die Datensammlung selbst, die fehlende Zustimmung, oder die gezielte Beeinflussung?
  2. Hätten die betroffenen Facebook-Nutzer den Missbrauch verhindern können? Was hätte ihnen dabei geholfen?
  3. Fällt euch ein aktuelleres Beispiel für Microtargeting ein, das ihr selbst schon erlebt habt (z. B. sehr genau passende Werbung)?
🚀 Bonus für Schnelle

Überlegt gemeinsam eine Regel, die Microtargeting bei politischer Werbung einschränken würde, ohne Werbung komplett zu verbieten. Wie ließe sich diese Regel praktisch kontrollieren?