🛡️ Datenschutz & DSGVO

Inhalt

🏠 Hausaufgabe: Lies den Text, schau dir das Video an und bearbeite die Übung weiter unten — zuhause, vor der nächsten Stunde. Im Unterricht prüfen wir mit einer Kurzkontrolle (KK) in Moodle, ob der Stoff sitzt.

Du hast in den letzten Kacheln gesehen, wie viele Daten heute gesammelt und in Datenbanken gespeichert werden — Big Data macht daraus riesige Datenmengen. Aber wer entscheidet eigentlich, was eine Firma über dich persönlich speichern darf? Genau darum geht es jetzt: um deine Rechte als Person, deren Daten gespeichert werden.

Zwei Begriffe werden dabei ständig durcheinandergebracht, meinen aber komplett unterschiedliche Dinge: Datenschutz und Datensicherheit.

🚩 Bearbeite unbedingt die Übung weiter unten, bevor du die Kurzkontrolle in Moodle schreibst.

⚖️ Datenschutz vs. 🔒 Datensicherheit

Die beiden Begriffe klingen ähnlich, beantworten aber verschiedene Fragen:

⚖️ Datenschutz

Der rechtliche Schutz personenbezogener Daten. Regelt: Wer darf welche Daten über dich sammeln, speichern, weitergeben — und wer nicht? Geregelt durch Gesetze wie die DSGVO.

🔒 Datensicherheit

Der technische Schutz von Daten vor Verlust, Diebstahl oder Zerstörung. Beispiele: Passwörter, Verschlüsselung, Backups, Firewalls.

Merkregel: Datenschutz sagt, ob und wie Daten überhaupt gesammelt werden dürfen. Datensicherheit sorgt dafür, dass gesammelte Daten nicht in falsche Hände geraten. Ein Unternehmen kann technisch top gesichert sein (starke Verschlüsselung) und trotzdem Datenschutz verletzen (sammelt Daten, die es gar nicht sammeln dürfte).

Der juristische Fachbegriff hinter dem Datenschutz heißt informationelle Selbstbestimmung: Jede Person soll selbst entscheiden dürfen, wer welche eigenen Daten bekommt und nutzen darf — nicht die Firma oder der Staat allein. Genau dieser Gedanke steckt hinter Gesetzen wie der DSGVO.

🔍 Beispiel: gute Datensicherheit, schlechter Datenschutz

Eine Fitness-App speichert deine GPS-Laufstrecken hochverschlüsselt auf top gesicherten Servern (gute Datensicherheit). Sie sammelt aber heimlich auch, wo du wohnst und arbeitest, und verkauft das an Werbefirmen, ohne dich zu fragen (schlechter Datenschutz). Beide Themen sind also unabhängig voneinander zu bewerten.

🧑‍💻 Was sind "personenbezogene Daten"?

Personenbezogene Daten sind alle Informationen, mit denen man eine Person identifizieren kann — direkt oder indirekt. Das ist mehr, als die meisten zuerst denken:

🃏 Personenbezogen oder nicht? Klick dich durch

Klick auf ein Kärtchen und entscheide: personenbezogen oder nicht? Du bekommst sofort eine Rückmeldung.

🚀 Für Schnelle

Ist eine IP-Adresse wirklich immer einer Person zuordenbar? Recherchiere den Unterschied zwischen statischer und dynamischer IP-Adresse und überlege, ob das etwas ändert.

📜 Die DSGVO: deine wichtigsten Rechte

Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) ist ein EU-weites Gesetz, das genau regelt, was Firmen mit deinen Daten dürfen — und welche Rechte du hast. Klick auf ein Recht, um zu sehen, was es konkret bedeutet:

👆 Klick auf eines der vier Rechte.
🔍 Wie stellst du eine Auskunftsanfrage in der Praxis?

Meist reicht eine formlose E-Mail oder ein Kontaktformular an die Firma mit der Bitte um "Auskunft nach Art. 15 DSGVO". Die Firma hat dann in der Regel einen Monat Zeit zu antworten. Viele große Anbieter (z. B. soziale Netzwerke) haben dafür sogar einen eigenen Menüpunkt in den Kontoeinstellungen, über den man seine gespeicherten Daten direkt herunterladen kann.

🚀 Für Schnelle

Die DSGVO gilt EU-weit. Was passiert, wenn eine Firma außerhalb der EU (z. B. in den USA) deine Daten verarbeitet — gilt die DSGVO dann trotzdem? Recherchiere kurz.

🕵️ Wie Apps und Websites dich tracken

Auch ohne dass du irgendwo einen Namen eingibst, sammeln Apps und Websites ständig Daten über dich. Die wichtigsten Methoden:

🍪 Cookies

Kleine Dateien, die dich über mehrere Websites hinweg wiedererkennen — z. B. warum dir nach dem Anschauen eines Produkts genau dieses Produkt als Werbung woanders wieder begegnet.

👆 Fingerprinting

Browser, Bildschirmgröße, installierte Schriftarten und Erweiterungen ergeben zusammen eine fast eindeutige Kennung — funktioniert auch ganz ohne Cookies und ist deshalb schwer zu blockieren.

📍 Standortdaten

GPS, WLAN-Netze in der Nähe und Bluetooth verraten, wo du dich gerade befindest und wo du dich regelmäßig aufhältst.

📱 App-Berechtigungen

Viele Apps fragen nach mehr Zugriff, als sie eigentlich für ihre Funktion brauchen — eine Taschenlampen-App braucht z. B. keinen Zugriff auf deine Kontakte.

🕵️ Deine eigenen Daten schützen

Datenschutzrechte zu kennen ist die eine Seite. Die andere: selbst darauf achten, welche Daten man preisgibt. Ein paar praktische Grundregeln:

💬 Diskussionsfrage: Warum lesen die meisten Menschen Datenschutzerklärungen trotzdem nie ganz durch? Ist das ein Problem der Nutzer, ein Problem der Texte, oder beides?

🃏 Lernkarten

Zum Auswendiglernen: Karte antippen zum Umdrehen.

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Karte 1 von 1

⭐ Üben

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🎮 Stundenaufgabe

Wähle eine Vertiefung, danach geht es an die praktischen Aufgaben:

📺

YouTube-Video ansehen

Suche nach "DSGVO einfach erklärt"

📱

Eigene App-Einstellungen prüfen

Welche Berechtigungen hat deine Lieblings-App?

🤖

Mit KI besprechen

Prompt kopieren und in eine KI einfügen

🤖 KI-Prompt zum Üben:
🦆 duck.ai öffnen
Rolle: Du bist ein geduldiger Lernpartner für Informatik.
Aufgabe: Frag mich nacheinander nach den vier DSGVO-Rechten (Auskunft, Löschung, Widerspruch, Datenübertragbarkeit) ab. Lass mich zuerst raten, was jedes Recht bedeutet, und korrigiere mich erst danach mit einer kurzen Erklärung und einem Alltagsbeispiel.
Kontext: Ich bin in Klasse 9 und lerne gerade Datenschutz und die DSGVO.
Stil: Einfache, kurze Sätze, keine Fachwörter ohne Erklärung, freundlicher Ton.

🔎 Aufgabe 1: App/Website unter der Lupe

Bildet Kleingruppen von 3–4 Personen. Wählt gemeinsam eine reale App oder Website, die ihr alle kennt (z. B. Instagram, ein Online-Shop, ein Streaming-Dienst).

💡 Braucht ihr Inspiration? In der Kachel Daten um uns herum gibt es ein Scrollrad mit über 370 echten Datenpunkten aus 20 Themenbereichen — schaut dort rein, bevor ihr eure eigene Liste schreibt.
  1. Listet mindestens 8 personenbezogene Daten auf, die dieser Dienst vermutlich sammelt (denkt an Profil, Standort, Nutzungsverhalten, Zahlungsdaten, Geräteinformationen).
  2. Ordnet jedes Datum einer Kategorie zu: "offensichtlich für den Dienst nötig" oder "eher zusätzlich gesammelt, z. B. für Werbung".
  3. Vergleicht eure Liste mit einer anderen Gruppe: Wer hatte mehr Punkte, die die anderen übersehen haben?

🎭 Aufgabe 2: Rollenspiel Auskunftsanfrage

Bildet Zweierteams. Eine Person spielt einen Kunden, der Auskunft verlangt, die andere eine Firmenmitarbeiterin oder einen Firmenmitarbeiter.

  1. Überlegt euch gemeinsam: Was müsste der Kunde konkret tun, um Auskunft über seine gespeicherten Daten zu verlangen?
  2. Spielt kurz durch, wie die Firma antworten könnte — was müsste in der Antwort mindestens enthalten sein?
  3. Überlegt: Was könnte die Firma antworten, wenn sie die Anfrage abwimmeln will? Warum wäre das nicht rechtens?
  4. Tauscht die Rollen und wiederholt mit einem anderen Beispiel-Dienst.

🤖 Aufgabe 3: Die vier Rechte mit KI selbst abfragen lassen

Nutzt den KI-Prompt oben (kopieren und in duck.ai oder eine andere KI einfügen). Lasst euch von der KI sokratisch — also durch Fragen statt durch Vorsagen — die vier DSGVO-Rechte abfragen.

  1. Beantwortet die Fragen der KI zunächst selbst, bevor ihr euch die Lösung erklären lasst.
  2. Notiert euch das Alltagsbeispiel, das die KI für jedes Recht nennt.
  3. Vergleicht: Deckt sich das mit dem, was ihr im Inhalt-Abschnitt oben gelesen habt?
🚀 Bonus für Schnelle

Sucht in den Datenschutzeinstellungen eines Dienstes eurer Wahl (mit Erlaubnis der Lehrkraft) nach der Möglichkeit, gespeicherte Daten herunterzuladen oder ein Konto zu löschen. Wie leicht war das zu finden?