🔐 Websicherheit: Client, Server & Verschlüsselung

Inhalt

🏠 Hausaufgabe: Lies den Text, schau dir das Video an und bearbeite die Übung weiter unten — zuhause, vor der nächsten Stunde. Im Unterricht prüfen wir mit einer Kurzkontrolle (KK) in Moodle, ob der Stoff sitzt.

Google Docs, Online-Banking, WordPress — was diese Anwendungen gemeinsam haben: Sie laufen nicht nur auf deinem Gerät, sondern brauchen ständig einen Server im Hintergrund. Genau darum geht es in dieser Kachel: wie Client und Server zusammenspielen, wer bei einer Webanwendung was sehen oder ändern darf, und wie deine Daten dabei verschlüsselt werden, ohne dass beide Seiten vorher ein gemeinsames Geheimnis austauschen müssen.

Das Thema ist auch für dein Projekt in dieser Klassenstufe direkt relevant: Ihr werdet mit WordPress arbeiten, und genau dort entscheiden Zugriffsrechte darüber, wer eure gemeinsame Website verändern darf.

🚩 Bearbeite unbedingt die Übung weiter unten, bevor du die Kurzkontrolle in Moodle schreibst. Dort können zusätzliche Fragen und Details vorkommen, die im Video nicht behandelt wurden.

💻 Client und Server: wo laufen deine Daten wirklich?

Bei einer lokalen Anwendung (z. B. eine klassisch installierte Textverarbeitung ohne Cloud-Anbindung) läuft alles auf deinem eigenen Gerät: Speichern, Berechnen, Anzeigen. Bei einer webbasierten Anwendung (z. B. Google Docs oder Online-Banking) ist das anders: Dein Gerät, der Client, zeigt nur die Oberfläche an und schickt Anfragen an einen Server, der irgendwo im Internet steht. Der Server speichert die eigentlichen Daten und übernimmt oft auch Berechnungen.

🚀 Für Schnelle

Öffne Google Docs kurz ohne Internetverbindung (z. B. Flugmodus). Was funktioniert noch, was nicht? Überlege, warum genau das passiert.

🔍 Lokal vs. webbasiert im Vergleich
Lokale AnwendungWebbasierte Anwendung
Wo laufen die Daten?Auf deinem GerätMeist auf einem Server
Ohne Internet nutzbar?JaMeist nicht oder eingeschränkt
Zugriff von mehreren Geräten?Nur schwerEinfach, gleicher Stand überall
BeispielLokal installierte TextverarbeitungGoogle Docs, Online-Banking

Damit Client und Server sich überhaupt verstehen, brauchen sie eine gemeinsam vereinbarte Regel, ein Netzwerkprotokoll. Im Web ist das meistens HTTP (HyperText Transfer Protocol). Bei HTTPS kommt zusätzlich Verschlüsselung dazu, das "S" steht für "Secure". Das erkennst du am Schloss-Symbol in der Adresszeile deines Browsers.

💬 Falls du dich an Klasse 8 erinnerst: Protokolle wie HTTP sind die "Sprache der Netzwerke", nur eben speziell für die Kommunikation zwischen Browser und Webserver.

🔑 Zugriffsrechte: wer darf was?

Eine Webanwendung kennt meist mehrere Nutzer gleichzeitig, deshalb braucht es klare Zugriffsrechte: Wer darf einen Inhalt nur ansehen, wer darf ihn kommentieren, wer darf ihn wirklich verändern? Bei einem gemeinsamen Dokument in Google Docs oder OnlyOffice kennst du das schon:

FreigabestufeWas ist möglich?
👁️ Nur lesenInhalt ansehen, nichts verändern
💬 KommentierenAnmerkungen hinterlassen, Text bleibt unverändert
✏️ BearbeitenInhalt direkt verändern, ergänzen oder löschen

In WordPress, dem System, mit dem ihr im Projekt später eure eigene Website baut, ist das ähnlich, nur mit Nutzerrollen statt Freigabestufen: Ein Administrator darf Website-Einstellungen ändern und über Nutzerrechte anderer entscheiden. Ein Autor darf eigene Beiträge schreiben und veröffentlichen, aber nicht die ganze Website umbauen. Ein Nutzer ganz ohne Rechte kann die Seite meist nur lesen.

🚀 Für Schnelle

Überlege: Warum wäre es riskant, in einem Gruppenprojekt allen Mitgliedern automatisch Administratorrechte zu geben, statt nur Autorrechte?

📝 Objekte in einer Webanwendung: das Beispiel Blogbeitrag

Aus Klasse 7 kennst du Klassen und Objekte schon in Grundzügen. In einer Webanwendung begegnen dir Objekte ständig, ohne dass du groß darüber nachdenkst. Ein einzelner Blogbeitrag in WordPress ist zum Beispiel ein Objekt: Er hat Attribute wie Titel, Erscheinungsdatum und Autor, also gespeicherte Werte. Und er hat Methoden, mit denen sich diese Attributwerte ändern lassen, zum Beispiel ein Klick auf "Bearbeiten", der über einen API-Aufruf im Hintergrund den Titel des Beitrags aktualisiert.

🔍 Noch ein Beispiel: dein Nutzerkonto als Objekt

Auch dein Nutzerkonto in einer Webanwendung ist ein Objekt, mit Attributen wie Benutzername, E-Mail-Adresse und Passwort. Die Methode "Passwort ändern" verändert gezielt genau ein Attribut dieses Objekts, den Rest lässt sie unangetastet.

🔒 Verschlüsselung ohne gemeinsames Geheimnis: asymmetrische Verschlüsselung

Wenn du eine geheime Nachricht mit jemandem austauschen willst, bräuchte ihr eigentlich vorher einen gemeinsamen Schlüssel. Aber wie tauscht man den sicher aus, wenn die Verbindung selbst nicht sicher ist? Genau dieses Problem löst die asymmetrische Verschlüsselung mit einem Trick: Es gibt nicht einen, sondern zwei zusammengehörige Schlüssel, einen öffentlichen und einen privaten.

Am einfachsten verstehst du das mit dem Vorhängeschloss-Prinzip: Klick dich durch die vier Schritte:

🔓
1. Schlüsselpaar erzeugen
📤
2. Offenes Schloss verteilen
🔒
3. Absender verschließt
🔑
4. Empfänger öffnet
👆 Klick auf Schritt 1, um zu starten.

Wichtig dabei: Verschlüsseln (Schloss zuschnappen lassen) ist mit dem öffentlichen Schlüssel leicht möglich für jeden. Aber Entschlüsseln (Schloss wieder öffnen) ist ohne den privaten Schlüssel praktisch unmöglich. Man nennt so etwas eine Einwegfunktion: In eine Richtung ist die Berechnung leicht, umgekehrt extrem schwer.

🔍 Warum "extrem schwer" und nicht "unmöglich"?

Theoretisch könnte man jeden möglichen privaten Schlüssel einfach ausprobieren, bis der richtige passt. Praktisch scheitert das an der Rechenleistung: Die Anzahl möglicher Schlüssel ist so riesig, dass selbst sehr starke Computer dafür länger bräuchten als das Universum existiert. Genau darauf beruht die Sicherheit von HTTPS, Online-Banking und vielen anderen verschlüsselten Verbindungen im Internet.

💬 Diskussionsfrage: Der öffentliche Schlüssel darf jeder kennen, trotzdem bleibt die Verschlüsselung sicher. Warum ist das kein Widerspruch?

🃏 Lernkarten

Zum Auswendiglernen: Karte antippen zum Umdrehen.

…
…
Karte 1 von 1

⭐ Üben

Fragen werden geladen …

🎮 Stundenaufgabe

Wähle eine Vertiefung, danach geht es an die praktische Übung:

📺

YouTube-Video ansehen

Suche nach "Asymmetrische Verschlüsselung einfach erklärt"

🔑

Rollenspiel Vorhängeschloss

Zu zweit das Verschlüsselungsprinzip nachspielen

🤖

Mit KI besprechen

Prompt kopieren und in eine KI einfügen

🤖 KI-Prompt zum Üben:
🦆 duck.ai öffnen
Rolle: Du bist ein geduldiger Lernpartner für Informatik.
Aufgabe: Frag mich nacheinander ab, was Client, Server, Netzwerkprotokoll, Zugriffsrechte, öffentlicher Schlüssel, privater Schlüssel und Einwegfunktion jeweils bedeuten, und lass mich raten, bevor du die Antwort verrätst. Nenne danach ein Alltagsbeispiel für jeden Begriff.
Kontext: Ich bin in Klasse 10 und bereite mich auf eine Kurzkontrolle zu Websicherheit vor.
Stil: Direkt und klar, nicht kindlich, mit Alltagsbeispielen.

🗂️ Zugriffsrechte praktisch testen

Legt gemeinsam ein LernSax-/OnlyOffice-Dokument an und probiert die Freigabestufen wirklich aus:

  1. Eine Person legt ein Dokument an und gibt es an eine zweite Person zunächst nur mit "nur lesen" frei. Versucht gemeinsam, etwas zu ändern. Was passiert?
  2. Ändert die Freigabe auf "kommentieren". Hinterlasst einen Kommentar an einer Textstelle. Könnt ihr den eigentlichen Text trotzdem verändern?
  3. Ändert die Freigabe auf "bearbeiten". Verändert jetzt gemeinsam denselben Satz gleichzeitig. Was beobachtet ihr?
  4. Haltet in ein bis zwei Sätzen fest: Welche Freigabestufe würdet ihr für ein Gruppenreferat wählen, an dem alle mitschreiben sollen, und welche für ein Dokument, das nur zur Info an andere geht?

🔐 Echten PGP-Schlüssel erstellen

Bevor es abstrakt weitergeht: Legt euch bei Schullogin einen echten PGP-Schlüssel an — genau das Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung, aber live in einem Werkzeug, das ihr wirklich nutzt.

  1. Bei schullogin.de anmelden und die Kachel "Nachrichten" öffnen.
  2. Links im Menü auf "Einstellungen" klicken.
  3. Dort "PGP-Schlüssel" auswählen.
  4. Oben rechts auf "Erstellen" klicken, Schlüsseltyp auswählen und ein Passwort vergeben.
⚠️ Passwort gut merken — ohne dieses Passwort kommt ihr später nicht mehr an eure verschlüsselten Nachrichten heran.

Ausführliche Anleitung mit Screenshots: docs.schullogin.de

💡 Euer öffentlicher PGP-Schlüssel kann jeder haben, damit euch Leute verschlüsselte Nachrichten schicken können. Nur euer privater Schlüssel, geschützt durch das eben vergebene Passwort, kann diese Nachrichten wieder entschlüsseln — genau das Vorhängeschloss-Prinzip aus dem Rollenspiel weiter unten, nur echt.

🔍 Client-Server-Recherche

Wählt zu zweit eine bekannte Webanwendung (z. B. WhatsApp Web, Google Docs, eine Online-Spiele-Plattform) und analysiert sie:

  1. Was läuft eurer Einschätzung nach lokal auf eurem Gerät (Client), was auf einem Server?
  2. Was passiert, wenn ihr die Anwendung ohne Internetverbindung öffnet? Testet es, falls möglich.
  3. Findet heraus, ob die Anwendung mit HTTPS läuft (Schloss-Symbol in der Adresszeile prüfen).
  4. Stellt eurer Gruppe in zwei bis drei Sätzen vor, was ihr herausgefunden habt.

🔑 Verschlüsselungs-Rollenspiel

Spielt zu zweit das Vorhängeschloss-Prinzip nach, ganz ohne echte Technik:

  1. Person A ist der Empfänger: Sie besitzt ein "privates Schloss" (einen Schlüssel, ein Wort oder ein Symbol, das nur sie kennt) und gibt allen anderen eine Kopie ihres "offenen Schlosses" (z. B. einen bestimmten Umschlag oder ein bestimmtes Symbol zum "Verschließen").
  2. Person B ist der Absender: Sie schreibt eine kurze Nachricht auf und "verschließt" sie sichtbar mit dem offenen Schloss von Person A (z. B. Umschlag zukleben, Symbol daraufmalen).
  3. Eine dritte Person (oder die Lerngruppe) versucht, die "verschlossene" Nachricht ohne den privaten Schlüssel zu öffnen. Gelingt das?
  4. Nur Person A "öffnet" die Nachricht mit ihrem privaten Schlüssel. Besprecht danach: An welcher Stelle im Spiel hättet ihr geschummelt, wenn ihr Kriminelle wärt, und warum klappt das in echt nicht?
🚀 Bonus für Schnelle

Recherchiert: Wofür steht die Abkürzung "RSA" bei asymmetrischer Verschlüsselung, und wer hat das Verfahren entwickelt? Sucht dabei bewusst keine mathematische Herleitung, sondern nur die Grundidee und den geschichtlichen Hintergrund.

> ALARM: Agent X hat das Schularchiv gesperrt.
> Knackt Caesar, Atbash, Morse und Binärcode, um das Passwort zu finden._

▶ OPERATION HACK STARTEN